[Frankfurt-Westend, 01.04.2002]Registratur03 \ Registratur 01Beobachtungen \ Dechiffrierung von Eigenschaften oder Verhaltensweisen bei Menschen oder TierenBemerkungen \ Notizen, Thesen, Meinungen, TatsachenArtefakte \ Elemente einer ausgewählten Teilmenge oder StichprobeZeichen \ Gesellschaftlich relevante Themen und TechnologienStreifzüge durch Frankfurt \ Recreaton \ Style \ Unerwarteter TodSymptom+++ Ina Bruchlos, Heimspiel; 13. April 2002, Op31, Frankfurt-Sachsenhausen +++ Ich frage mich immer, warum die Amerikaner mit Bruce Naumann, die Engländer mit Tracey Emin und die Holländer mit Marlene Dumas angeben dürfen, während wir Deutsche uns immer schämen müssen – für Richter, für Kiefer, für Kohl, und es selbst die Österreicher besser haben, weil sie ihr Land wenigstens von vorneherein exzessiv hassen und wenigstens als Nestbeschmutzer gelten, während wir Richterfeinde und Polkefreunde noch nicht einmal wahrgenommen werden, und U. hat völlig recht, wenn sie meint, der Zweifel habe ihre Karriere zwerstört. C. meinte, Richter sei eben ein "Schafferle". C. kommt unverkennbar aus Schwaben, und manchmal in einer schwachen Minute wünsche ich, auch ich käme da her, denn die Schwaben sind in Deutschland, nicht nur in Hamburg, so derartig unbeliebt, dass sie, wie die Österreicher, von null anfangen können und nicht in diesem diffusen "egal" groß wurden, was das Schaffen ja letztlich nur hindert. (Aus: Städteverbindung, Hamburg 2002+++ Tritonal, Orban/Schleper/Schleper: Psychophonische Musik; mitgehört am 04. April 2002, Spielplatz M9, Frankfurt-Innenstadt: Vom Flyer existieren vier Variationen und ein sehr rarer Fehldruck. In vielen Jahren, wenn auch P. Weiss endlich einmal alt geworden sein wird, sollte die Altersinfantilität ihn wieder dazu bringen, mit seinen Freunden Sammelkarten an klebrigen Theken zu tauschen, und er wird besonders stolz auf den sehr raren Fehldruck (nur das Schwarz, Miss, nur das Schwarz) sein, den er gestern ergattern konnte und der alle anderen Karten schlagen wird. Im Übrigen ist die Wohnraumsituation eine Katastrophe und die Zustände im Bahnhofsviertel erst ... Überall nur Müll und komische Typen. Das ist doch nichts für ein Kind! Neinneinnein, auch die Lüftungsschächte sind schlimm, die nachtein, nachtaus brummen und das Ohr beleidigen in trauriger Konkurrenz zur einer warmen, weichen, abgerundeten Wall of Sound, die dann doch vermisst wurde beim Vortrag des Stefan B., zumindest bis ich gegangen bin+++ Buchhandlung in Uninähe, irgendwann im März 2002, Frankfurt-Bockenheim: Um ein Buch aus der Wühlkiste vor dem Laden der einem Kauf vorangehenden, letzten Prüfung zu unterziehen (Tschingis Aitmatov, ein Buch, fast hätte ichs gekauft) nahm ich es heraus und stellte meinen Kaffeebecher sauber und stabil auf die anderen Buchrücken. Plötzlich gab es einen Riesenkrawall: Eine offenbar im Buchladen beschäftigte Frau prügelte wie wahnsinnig mit befingerringter Hand von innen gegen die Scheibe und gestikulierte wild. Da aus ihren Bewegungen zwar kaum ersichtlich war, worum es ihr ging, führte mein einsetzender Denkprozess zu der Erkenntnis, es könne sich nur um meinen Becher handeln. In Abwägung von Informationen wie "Was will die Kuh; wenn der Kaffee umfällt, kauf ich eben die Kiste" oder einem eher dogmatischen "Wo simmern hier überhaupt" beschloss ich, den Kaffee wieder aufzunehmen und siehe: der grobmotorische Anfall legte sich, doch das Gesicht blieb unfreundlich, und das freut ja immer ganz besonders. Ich tippte mir an die Stirn und stellte das Buch zurück. Kauf ichs halt beim Hugendubel, da hat sich noch keiner über meinen Kaffee aufgeregt.+++ Brief; Dr. Heiko Fischer, Aachen; 06. März 2002: Lieber Herr Brahn, bitte entschuldigen sie die langjährige Stille der Hirntransplantation: da waren so viele Projekte wie Geburten und Beerdigungen so dass Geburtstage irgendwie untergingen. Im hinterhergetragenen Sinne mit besten Genesungswünschen wünschen wir Ihnen nun sicher doch weitere 35 Jahre Leid, Unverständnis, Kampf gegen die eigene Debilität und deren virulente Verbereit(er)ung. Fiebrige Grüße aus dem Krankenbett sendet Ihnen Dr. F PSSS Im Folgenden für Brahn zitiert die Eingabe eines neuen Patienten, die mich vor kürzester Zeit nach dessen erster Konfrontation mit Hirntransplantation.de erreichte. Die zitierte Fremdsprache ist übrigens ein Aachener Dialekt, auch geschimpft "Braan sein Platt". Und so weiter. ... +++ Man sollte beim Thema "Hirntransplantation" nicht außer Acht lassen, dass es in der Medizin noch einige, nicht wissenschaftlich genauer untersuchte, wenngleich nicht weniger wichtige Bereiche der Transplantation gibt. Ich gehe im Folgenden auf den Vorprozess der Transplantation ein: das Loslösen/ die Amputation des zu untersuchenden und zu transplantierenden Körperteils. Vorab zwei Verse eines beliebten heimischen Brauchtumslieds, die mich erkennen ließen, dass dieses Thema schon lange vor unseren hier stattfindenden Untersuchungen Erwähnung gefunden hat: "Et flooch en Futt nach et Daach erupp – dat woh mit Huddele usjestuppt." Für alle, die sich mit dem Öcher Platt nicht so gut auskennen, folgt nun die Übersetzung ins Hochdeutsche: "Es flog ein Gesäß zum Dach hinauf, das war mit Stoffteilen ausgestopft." Man könnte meinen, dass dieses Gesäß vom restlichen Körper gelöst wurde. Nein, vielmehr hat sich dieser Arsch selbständig gemacht. Er flog aus eigener Kraft gen Dach. Weil über längere Zeit hinweg schon Stoffteile den Anus verstopften, wurde durch die riesige Kotagglomeration ein phänomenaler Druck aufgebaut. Von oben drückte immer mehr Scheisse nach, während in den Därmen Blähungen in Dimensionen von Orkanen rasten, die sich zu gigantischen Koliken aufbauten und sämtliche Darmzotten durcheinander purzeln ließen. Enorme Klabusterbeeren (Brockhaus: Klabusterbeere,die/ Pl.: -n; rheinl.: die Verbindung von Unterhosenfrotteefuseln mit Krümelkacke und Schamhaaren; zu Kügelchen gerollt und in 6er- oder 12er-Packungen hergestellt eine beliebte Delikatesse im westlichen Rheinland) formierten sich darmwärts zwischen Scheisse und Stofffetzen und bildeten durch den Kotüberdruck und die Blähorkane einen gewaltigen Explosionsantrieb. Der Arsch sprengte sich also vom restlichen Körper los und flog Richtung Dach. Man kann also davon ausgehen, dass sich der Körper in hockend/liegender Stellung befunden hat. Das zeigt, dass die Amputation des Arsches,einer komplexen Körperpartie, ohne chirurgischen Eingriff und in Heimarbeit machbar ist. Lässt sich das auch auf andere Bereiche des menschlichen Körpers übertragen? Oh ja! Z.B.:Durch das mehrwöchige Abbinden der Beinhauptschlagader lässt sich ein vorzüglicher Druck aufbauen, der, auch hier wieder ohne Einsatz des medizinkonservativen Skalpells, den Fuß absprengt und ihn mit Schuh bis zu 100 Yards wegschießt; sozusagen ein Homerun. Damit komme ich zur Kernfrage meiner Untersuchung: wenn "natürliche" Amputationen durch gebündelte, körpereigene Energie möglich ist, wie verhält es sich dann mit den Transplantationen, meine Herren Gehirnchirurgen+++ Danksagung; 06. März 2002: An dieser Stelle möchte ich Danke sagen: Matthias, Stefan und Elvis von der KFU, Andrea, Angela, Bea, Bettina, Bianca, Biggi, Christina, Claudia, Connie, Gabriela, Katalina, Kathrin, Leonie, Simone, Susanne, Tanja, Uddi, Yvonne & Yvonne, Andy, Billy, Carsten, dem Boss vom Klaus, dem Großen Alten Mann der Deutschen Architektur, Jean-Christophe, Jürgen, Manfredo, Martin, Marvin, Peter, Philipp, Pit, Roberto, Roland, Rüdiger, Stefan und ganz besonders Peter und Mario für ihre unermüdlichen Bemühungen um die Bewahrung des im Wahren guten. Angeprangert wegen unzeitgemäßem Maximo-Lider-Fetischismus werden Martinchen und Rebecca, der Mittwoch im Allgemeinen, der Alltag im Besonderen, Jan-Paul wegen Polit-Schleimbeutelei und Bridda ob schlechter Laune. Besondere Grüße gehen nach Düsseldorf: Keine schluckt wie Du, und nach Washington D.C. an Marjatta und Quincy die Glassnudel. Zum Winnie sagen wir: Kauf ein Raumschiff, dann klappts auch mit dem Weltall+++ Rapport; 05. März 2002: Alois Ammerschläger ist nicht tot. Das ist nur, was man die Öffentlichkeit glauben machen will. In Wirklichkeit vergnügt er sich auf einer schicken Karibkinsel mit Heerscharen von blutjungen, willigen Lustsklavinnen; nur wenn es ihm wieder mal etwas zu langweilig wird, macht er einen seiner heimlichen Ausflüge in die Zivilisation, auch um weitere Klauspaste zu beschaffen, was von den Medien ab und an als eine der mysteriösen "Alois-Sichtungen" aufgegriffen und verbreitet wird; etwa analog zu Elvis. Elvis war gestern Abend übrigens in der FranKFUrter Schule und hat Drinks gemacht. Eine durchschnittliche Cola Light ohne Eis dauerte entsprechend 25 Minuten, Gin Tonic mehr als eine halbe Stunde. Hanni und Nanni war auch da sowie ihre Zwillingsschwester Hanni und Nanni. Pit Weinflasch war ganz aufgeregt und bleckte seine Zahnspange, während der Boss vom Klaus einen um den anderen Übergang versaubeutelte. Die zwei Meter große Frau Schäpermeier schwang ihren Morgenstern und es gab ein gewaltiges Schlamassel. +++ Meinen Nachmittagskaffee trinke ich aus einer Tasse "100 Jahre Eintracht Frankfurt", die ich dem Wahnsinnigen unterschlagen habe. Obschon vollkommen ausser Rand und Band, bat er darum, auch seinen Freund, den Nordender Verbrechenskönig lobend zu erwähnen und seine unschlagbaren Konzeptionen des Internationalen Sensations-Salonismus, die die Ideale jener Nouvelle-Cuisine-Euro-Kulinaria des legendären Liegenden Brillenpavians bei weitem in den Schatten stellen+++ Auslieferung verweigert; Deutsche Post World Net, Februar 200+++ Als Führungskraft haben Sie ein Recht darauf, wichtige Informationen als Erster zu erhalten; Dr. Wolfgang Kaden, 23. April 200+++ United States of Quincy-Braan; FranKFUrter Schule, Frankfurt-Nordend, 18. Januar 200+++ Ärzte; Frankfurt-Holzhausenviertel, 05. März 199+++ Mausi was ist louss!; Dr. J. Schwarz , Mühlheim am Main, ca. 1997 am Telefon als Begrüßung zu seiner Fr+++ Der Islam lauert; R. Roy, Bad Weilbach, Datum unbekann+++ Es ist nie zu spät für eine glückliche Kindheit; C. Ferebee, Frankfurt-Dornbusch/Nordend, Anfang Neunzigerjahr